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Geschichte der Gemeinde und der Ortsteile

Neue Gemeinde Tafers

Die Gemeinden Tafers und St. Antoni nahmen im Jahr 2014 Gespräche auf und diskutieren über eine intensivere Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion. Im Jahr darauf (2015) fand eine Konsultativabstimmung statt: „Sollen die Gemeinden von Tafers und St. Antoni eine Fusion im Detail prüfen?” In beiden Gemeinden war die Stimmbeteiligung hoch und Tafers stimmte mit 60% dafür, St. Antoni mit 76,3%. Nichtsdestotrotz legten Tafers und St. Antoni im Jahr 2016 einen Marschhalt ein. Die Gemeinden Alterswil, St. Ursen und Heitenried wurden angefragt, ob sie sich an den Fusionsdiskussionen beteiligen wollen. Folglich bestätigte Alterswil seine Teilnahme an den Fusionsdiskussionen. Ein Fusionsbericht wurde im kommenden Jahr 2018 ausgearbeitet und Informationsabende abgehalten. Daraufhin wurde die Fusionsvereinbarung erstellt und dem Kanton zur Genehmigung unterbreitet.

Am 19. Mai 2019, also der Tag, an welchem eine grosse Mehrheit der Stimmbevölkerung JA zur Fusion gesagt hat, wurde der Ball den Gemeinderäten und Mitarbeitenden der drei Gemeinden zugespielt. Der Auftrag war klar: «Setzt die Fusion um. Ihr habt eine Frist bis zum 1. Januar 2021».

 

Die fusionierten Gemeinden

Alterswil

Name, Entstehung, Eckdaten

Alterswil wird erstmals schriftlich 1148 als Alterihcwilere (FRB I 426), 1228 in der latinisierten Form Villar altri (FRB II 92) erwähnt. Entgegen der früheren Namenforschung, die die Siedlung wegen der irreleitenden lateinischen Gelehrtenform für römisch hielt (lat. villa = Gutshof, altri = des anderen), ist Alterswil wahrscheinlich eine alemannische Gründung etwa aus dem 8./9. Jh. Der Name setzt sich zusammen aus dem althochdeutschen Personennamen Alther/Altarich + Genitiv-s und dem Suffix -wil (d.h. Hof). Alterswil ist also ursprünglich der Hof des Alther bzw. Altarich. Alterswil gehörte einst als Juchschrot zur grossen Pfarrgemeinde Tafers und damit zur Alten Landschaft. Politische Gemeinde wurde Alterswil 1831/32, als die vier Schrote der Pfarrgemeinde Tafers zu selbständigen Gemeinden erklärt wurden. Aus dem Juchschrot wurde so die Gemeinde Alterswil. Die 1726 errichtete Kaplanei leitete die Gründung einer eigenen Pfarrei ein. Diese entstand 1885/94 durch die Abtrennung von der alten Pfarrei Tafers. Ab 1999 gehören die reformierten Einwohner der Gemeinde zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Antoni.

Die ehemalige Gemeinde Alterswil und heutiger Ortsteil der Gemeinde Tafers ist im mittleren Sensebezirk gelegen. Die Distanz zwischen dem Dorf und dem Kantonshauptort Freiburg beträgt 10 Fahrkilometer. Die Gemeinde grenzte im Osten an den Kanton Bern. Die kürzeste Fahrdistanz zur Bundeshauptstadt Bern betrug lediglich 30 km.

 

St. Antoni

Name und Entstehung

Am Platz des heutigen Dorfkerns gab es bis 1447 keine Siedlung – dies obwohl das Gemeindegebiet schon etwa ab dem 8./9. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt worden war. Eine Siedlung entstand erst später „auf dem Schrick“ um die Antonius-Kapelle herum. Diese wurde für einen im Jahre 1448 errungenen Sieg der Freiburger über die Berner erbaut. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts übertrug sich der Name der Kapelle auf den Ort selbst.
Das Gebiet des heutigen Ortsteil St. Antoni bildete einst den Schrickschrot der alten Grosspfarrei Tafers. Schrick heisst steil, Schrot bedeutet Schnitt, Abschnitt. Der Schrickschrot war also der Gemeindeteil über dem Steilhang, der das Tal der Taverna vom Plateau von St. Antoni trennt. Mit der Aufteilung der alten Pfarrgemeinde wurde St. Antoni 1831/32 zur selbstständigen politischen Gemeinde. 1848 wurde St. Antoni in den damals neu geschaffen Sensebezirk eingegliedert.

Land und Leute

Die 16,82 km2 grosse Gemeinde St. Antoni liegt im mittleren Sensebezirk. Sie war flächenmässig die viertgrösste Gemeinde des Bezirks. Das Dorf St. Antoni (715m ü.M.) steht am Rande des weitverzweigten Gemeindegebietes. Die beiden höchsten Punkte sind der Chutz 884 m und der Schwenihubel (875 m). Unterhalb Tutzishaus, dort wo der Muhrenbach in den Ledeubach mündet, ist mit 615m die tiefste Stelle. Die Gemeinde St. Antoni grenzte längs der Sense auf 4 km an den Kanton Bern. Somit reicht das gegen Süden ansteigende Gemeindegebiet von der Hügelzone bis zur voralpinen Bergzone und weist eine entsprechende Vegetation auf. Nach wie vor ist die Gemeinde stark von der Landwirtschaft geprägt. Milchwirtschaft gilt noch immer als ein wichtiger Zweig. So werden auf dem Gebiet in den drei Käsereien in Niedermuhren, St. Antoni und Schweni täglich viele Tonnen Milch verwertet.
In der damaligen Gemeinde St. Antoni wohnten 2073 Personen (Stand 31.12.2017). 1990, anlässlich der Volkszählung zählte die Gemeinde 1'762 Einwohner. Obwohl eine Zunahme der Arbeitsplätze in den einheimischen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben zu verzeichnen ist, blieb St. Antoni eine typische Wegpendlergemeinde.

 

Tafers

Vorgeschichte, Altertum

Tafers wird erstmals um 1150 als Tabernae (Jacc 453), zwischen 1178 und 1189 als de Tabemis (Cart Hautcrêt, MDR XII 195), 1228 als Tavels (FRB II 92), 1433 als Tavers (RD VIII 39) erwähnt. Der Ortsname wird auf das lateinisch-romanische tabernas zurückgeführt, das seinen Ursprung im Lateinischen ad tabernas = beim Gasthof haben dürfte. Tafers war also eine römische oder zumindest frühromanische Gründung, der Ort einer Herberge. Die Alemannen haben den Ortsnamen etwa im 8./9. Jh. von den hier anwesenden Romanen übernommen und eingedeutscht.

Die Kirche, möglicherweise eine fränkische Gründung, entwickelte sich zum Zentrum einer ausgedehnten Pfarrei, die bis an die Saane reichte, mehr als die Hälfte des heutigen Sensebezirks umfasste und zur Alten Landschaft gehörte. Von ihr trennten sich im 16. Jh. das Mattenquartier der Stadt Freiburg, 1885/94 die Pfarreien Alterswil und St. Antoni sowie 1901 die Pfarrei St.Ursen ab.

Die Pfarrgemeinde Tafers wurde 1831/32 in die vier selbständigen Gemeinden Tafers (ehemals Bodenschrot genannt), Alterswil (Juchschrot), St. Antoni (Schrickschrot) und Enet-dem-Bach-Schrot (St.Ursen) aufgeteilt.

Ab 1999 gehören die reformierten Einwohner zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Antoni.